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Anatomie

Alte Anatomie

Anatomiestraße 18-20
85049 Ingolstadt

Alte Anatomie - Authentische Dokumentationsstätte für Medizingeschichte

Die Alte Anatomie in Ingolstadt gehört zu den bedeutenden universitäts- und medizinhistorischen Bauwerken der Stadt. Sie wurde in den Jahren 1723 bis 1736 im Auftrag der Bayerischen Landesuniversität errichtet, die seit 1472 ihren Sitz in Ingolstadt hatte und bis zur Verlegung nach Landshut im Jahr 1800 eine zentrale Rolle in der Gelehrtenwelt Süddeutschlands spielte.

Bereits im 16. Jahrhundert waren die Räumlichkeiten der Hohen Schule nicht mehr ausreichend und die medizinische Fakultät wich etwa für Sektionen in andere Gebäude aus. Im Jahr 1685 entstand zudem ein botanischer Garten für die Mediziner, um verschiedene Arzneipflanzen zu kultivieren. Nachdem Ende des 17. Jahrhunderts ein kompletter Universitätsneubau nicht zuletzt aus Kostengründen abgelehnt wurde, erwarb die Medizinische Fakultät das zwischen der Hohen Schule und der Stadtmauer gelegene Grundstück. Mit dem Entwurf wurde der Hofbaudirektor des Bischofs von Eichstätt, Gabriel de Gabrieli, betraut. Es entstanden Pläne eines Gebäudes im Stil einer Orangerie bzw. eines kleinen Schlösschens, in dessen Mitte sich der großer Seziersaal mit gestufter Sitzanordnung für Studenten befindet – eine Seltenheit im süddeutschen Raum und Ausdruck moderner Lehrmethodik der Aufklärung. Ergänzt wurde das Ensemble durch Präparations- und Sammlungsräume, in denen medizinische Modelle und Lehrpräparate aufbewahrt wurden.

Besondere historische Bedeutung erlangte die Alte Anatomie durch ihre Rolle als Zentrum medizinischer Ausbildung in der Spätphase der Ingolstädter Universität. Finanziert wurde der Bau größtenteils über Geldspenden. Da gegenüber ersten Planungen auch die Flügel aufgestockt wurden und weitere Ergänzungen vorgenommen wurden, zog sich der Bau bis 1736 hin.

Die Alte Anatomie wurde bis 1800 als Universitätsinstitut genutzt. Im Österreichischen Erbfolgekrieg wurde das erst zehn Jahre alte Gebäude im Jahr 1745 stark beschädigt, erst in den 1750er Jahren konnten die gröbsten Schäden beseitigt werden. 1777 wurde der botanische Garten nach dem Linné’schen System umgestaltet, bevor die Universität Ingolstadt nach Landshut verlegt wurde.

Nach dem Wegzug der Universität verfiel das Gebäude und wurde unter anderem sogar als Bauernhof genutzt. Anfang der 1970er Jahre kaufte die Stadt Ingolstadt die Alte Anatomie aus Anlass des 500-jährigen Jubiläums der Universitätsgründung und restaurierte das Gebäude, wobei unter anderem die ursprüngliche Raumstruktur wiederhergestellt wurde. 1971 wurde vom Ingolstädter Stadtrat beschlossen, das Deutsche Medizinhistorische Museum in der Alten Anatomie unterzubringen, das sie bis heute beherbergt.


Öffnungszeiten

täglich 10.00 - 17-00 Uhr, Montag: geschlossen

Parkmöglichkeiten

Parkplatz "Hallenbad" (852 tw. kostenpflichtige Parkplätze, ca. 1 Minuten entfernt)

Standort