Hallstraße 2-4
85049 Ingolstadt
Der Herzogskasten in Ingolstadt, auch Altes Schloss genannt, ist ein gotischer Profanbau aus dem 13. Jahrhundert und beherbergt heute die Stadtbücherei. Diese bietet auf mehreren Etagen ein breites Spektrum an Medien, Veranstaltungen und Bildungsangeboten. Als öffentlich zugängliche Einrichtung erfüllt das Alte Schloss heute eine kulturelle und soziale Funktion, die im Kontrast zur früheren Nutzung als Verwaltungssitz oder Militärgebäude steht.
Der Herzogskasten wurde um 1255 im Auftrag Ludwigs des Strengen als Pfalz in Ingolstadt erbaut und ist damit das älteste noch erhaltene nicht-kirchliche Gebäude der Stadt. Er war ursprünglich Teil einer weiträumigeren Anlage mit mehreren Nebengebäuden um einen Hof herum.
Östlich angebaut befindet sich ein runder Stadtmauerturm, ebenfalls aus dem 13. Jahrhundert. Die mit Lisenen gegliederten Treppengiebel auf den Stirnseiten wurden wohl erst im 14. Jahrhundert hinzugefügt. Als Baumaterial für das heute insgesamt acht Stockwerke umfassende Gebäude dienten Bruch- und Backsteine. Ursprünglich besaß es eine andere Geschosseinteilung und eine entsprechende Fensterverteilung. Das Chörlein auf der westlichen Schmalseite der Burg zeigt an, wo sich einst die Schlosskapelle befand. Bei seiner Fertigstellung lag der Herzogskasten als zusätzliche Befestigung am südöstlichen Ende der rechteckigen, ersten Stadtmauer, die im Süden an die Schutter grenzte. Das Gebäude diente im Gegensatz zu den gleichnamigen, kleineren Gebäuden in Abensberg und Kelheim anfangs nicht als Kornspeicher, sondern war bis zur Fertigstellung des Neuen Schlosses im 15. Jahrhundert der Palas (Wohnbau) der Residenz für die Ingolstädter Herzöge und ihre Nachfolger. Der Umbau zum Getreidespeicher erfolgte wohl erst Ende des 17. Jahrhunderts.
Montag bis Freitag, 10.00 - 18.00 Uhr, Samstag 10.00 - 15.00 Uhr
Tiefgarages "Theater West" (414 kostenpflichtige Parkplätze, ca. 1 Minute entfernt)
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