
Neubaustraße 11/2
85049 Ingolstadt
Die Asamkirche (offiziell lateinisch St. Maria de Victoria bzw. deutsch St. Maria vom Sieg) ist eine barocke Kirche, die von den Brüdern Cosmas Damian und Egid Quirin Asam am Höhepunkt ihrer Schaffenszeit erbaut wurde und gehört zu den bedeutendsten Sakralbauten des Spätbarocks in Süddeutschland. Sie stellt ein eindrucksvolles Zeugnis bayerischer Kirchenkunst des 18. Jahrhunderts dar. Mit dem Bau des als Versammlungsraum und Oratorium der Marianischen Studentenkongregation der Universität Ingolstadt konzipierten Gebäudes wurde mit der Grundsteinlegung am 30. April 1732 begonnen. Die Grundsteinlegung erfolgte durch den damaligen Rektor der Universität, Max Ignaz von Planckh. Architekt des Gebäudes war Egid Quirin Asam, während Michael Anton Prunthaler der ausführende Stadtmaurermeister war. Anderen Angaben zufolge lässt sich die Urheberschaft eines der Asam-Brüder für den Bauentwurf nicht belegen. Ursprünglich diente das Gotteshaus nicht als Pfarrkirche, sondern als Versammlungsort der Kongregation, was sich auch in der zurückhaltenden Barockfassade widerspiegelt. Im Inneren hingegen entfaltet sich ein eindrucksvolles Gesamtkunstwerk des Rokokos. Das mit 490 Quadratmetern weltweit größte Flachdeckenfresko von Cosmas Damian Asam, das die „Glorie Mariae“ darstellt, beeindruckt durch seine perspektivische Illusionstechnik. Die Architektur des Kirchenraums folgt dem Prinzip der Raumwirkung durch Licht, Farbe und Bewegung. Stuckaturen, Gemälde und Altäre verschmelzen zu einer einheitlichen Inszenierung religiöser Bildsprache. Im Zuge der Verlegung der Universität nach Landshut und als Folge der Säkularisation schenkte der bayerische Kurfürst Maximilian IV. Joseph das Gebäude der Stadt Ingolstadt. Das Gebäude wurde zuerst als Gebetssaal der Marianischen Kongregation Ingolstadt genutzt. Im Jahr 1807 wurde der Kongregationssaal zur Kirche erhoben. Heute dient die Asamkirche Maria de Victoria nicht mehr dem regulären Gottesdienst, sondern wird museal genutzt. Sie ist öffentlich zugänglich und steht im Mittelpunkt zahlreicher Führungen und kunsthistorischer Veranstaltungen. Die erhaltene Originalausstattung, der gute Erhaltungszustand und die zentrale Lage in der Altstadt machen sie zu einem wesentlichen Bestandteil des kulturellen Erbes Ingolstadts.
Ein kunsthistorisch herausragendes Exponat innerhalb der Kirche ist die 18 kg schwere sogenannte Lepantomonstranz. Sie stammt aus dem Jahr 1708 und gilt aufgrund ihrer künstlerischen Gestaltung als eine der wertvollsten Monstranzen der Welt. Gefertigt aus Gold, Silber, Emaille und Edelsteinen, zeigt sie in ihrer detailreichen Gestaltung symbolisch die Seeschlacht von Lepanto am 7. Oktober 1571 zwischen Christen und Türken auf eindrucksvolle detailreiche Weise. Die Monstranz wurde der Kirche als bedeutende Reliquie übergeben und zeugt von der politischen wie religiösen Repräsentationskultur jener Zeit.
Montag bis Sonntag 09:00 - 12:00 und 12:30 - 17:00 Uhr
Tiefgarage "Münster" (377 kostenpflichtige Parkplätze, ca. 5 Minuten entfernt)