Die Hohe Schule
Ort traditioneller Bildung und gefährlich ambitionierter Forschung
Victor Frankenstein fährt von seiner Heimat am Genfer See nach Ingolstadt zum studieren. Mary Shelley nennt die Stadt namentlich und verortet hier den entscheidenden Wendepunkt seines Lebens. Die Universität Ingolstadt war zur Zeit ihrer Gründung und bis zu ihrer Verlegung 1800 eine der bedeutendsten Bildungsstätten im süddeutschen Raum.
Der historische Universitätskomplex lag im Bereich der heutigen Altstadt, insbesondere rund um die Jesuitenstraße und die Goldknopfgasse. Auch wenn viele Gebäude nicht mehr im Originalzustand erhalten sind, lässt sich hier räumlich nachvollziehen, wo Victor sich als Student bewegt haben muss.
In Ingolstadt begegnet Victor erstmals Professoren, die sich von der alten Scholastik lösen und moderne Naturwissenschaften lehren. Diese Erfahrung wird im Roman ausdrücklich geschildert. Beim Gang durch dieses Viertel steht man also nicht an einem abstrakten Ort, sondern an dem historischen Schauplatz, an dem Shelley den Übergang von traditioneller Bildung zu gefährlich ambitionierter Forschung ansiedelt.




